Cortese

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Der erste schriftliche Hinweis auf die Cortese-Rebe ist dem Verwalter des Castello di Montaldeo zu verdanken, der 1659 in einem Brief an den Marchese Doria „reine Cortese-Anpflanzungen“ erwähnt.
1856 veranlasste der Marchese Cambiaso, Eigentümer der Güter Toledana und Centuriona, die ersten großflächigen Cortese-Anpflanzungen zur Produktion eines trockenen Weißweins. Schon bald zogen die anderen Güter dieser Gegend nach.
Die erste wissenschaftliche Erwähnung der Cortese-Rebe stammt aus dem Jahre 1870, in der sie als die „meist angebaute Weißwein-Rebe in der Provinz Alessandria“ bezeichnet wird. „Sie ist nicht nur robust und fruchtbar, sondern trägt auch erheblich zur Güte und Feinheit ihres Weines bei, die natürlich auch vom Fleiß und der Sorgfalt der Weinbauern abhängen …“. Seither wächst das Prestige der Rebsorte Cortese di Gavi im Gleichmaß mit ihrem Anbau. 1974 erhält der Gavi das Prädikat Denominazione di Origine Controllata, 1998 wird er zum DOCG-Wein.
2002 wird durch einen Beschluss des Consorzio Tutela del Gavi (Interessengemeinschaft zum Schutz des Gavi-Gebietes) die Nutzung genetisch veränderter Weinreben zur Herstellung von Gavi DOCG-Weinen ausgeschlossen. Aus einer agrarwissenschaftlichen Studie (Mannini, 2003) des Consiglio Nazionale delle Ricerche (staatliches italienisches Forschungsinstitut) geht hervor, dass die Cortese-Rebe eine sehr vielfältige Rebpopulation ist: 75 verschiedene Typen gehören ihr an, von denen man die besten für die zukünftige züchterische Bearbeitung auswählt. 2004 wurde der Albo Vigneti del Gavi (Verzeichnis der Weinberge des Gavi) vervollständigt – die erste vollständige, beurkundete Erfassung aller Anpflanzungen für die Herkunftsbezeichnung eines italienischen Weines.